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Der Buckelwal liegt weiter in der Wismarer Bucht. Einsatzkräfte nähern sich dem gestrandeten Tier. Foto: Philip Dulian/dpa | |
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| Beate Bias Stv. Chefredakteurin |
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| Liebe Leserin und lieber Leser, |
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es gibt Nachrichten, die schon im ersten Satz traurig klingen. Der Wal vor Wismar gehört dazu. Gestrandet, geschwächt, die Organe vermutlich geschädigt – und die Experten sagen mit jener nüchternen Vorsicht, die oft nur ein anderes Wort für Hoffnungslosigkeit ist: Man solle ihn nicht lebend bergen wollen.
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Das ist der Moment, in dem der Mensch an seine Grenzen erinnert wird. Nicht an die technischen, denn Seile, Gurte, Kräne und Einsatzpläne hätte man vermutlich schnell organisiert. Sondern an jene Grenze, an der jede Hilfe zur zusätzlichen Qual wird.
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Ein Wal ist in unserer Vorstellung etwas Majestätisches. Ein Tier von solcher Größe und Ruhe, dass man fast vergisst, wie verletzlich es ist. Im Wasser wirkt es wie ein Wesen aus einer anderen Welt – schwerelos, uralt, entrückt. Aber auf der Sandbank?
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Vielleicht liegt gerade darin etwas so Trostloses: dass das Tier nicht an einer sichtbaren Gewalt scheitert, nicht an Sturm, Harpune oder Schiffsschraube, sondern am bloßen Falschsein des Ortes. Zu wenig Wasser. Zu viel Schwerkraft. Zu viel Stress. Ein Leben, das auf das Meer angewiesen ist, und ein Ende, das ausgerechnet dort beginnt, wo das Meer nicht mehr trägt.
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Einen schönen Tag wünscht Ihnen Beate Bias
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