|
Ein Goldhase der Firma Lindt: Die Kosten dafür lassen anmuten er bestünde nicht aus Schokolade, sondern aus dem Edelmetall. Foto: Sabrina Rothe/Lindt & Sprüngli GmbH/obs/dpa | |
|
|
|
| Beate Bias Stv. Chefredakteurin |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Liebe Leserin und lieber Leser, |
|
hat Sie das zu Ostern auch so verärgert? Da steht der Goldhase im Regal, schaut treuherzig in die Welt – und kostet plötzlich, als sei er nicht aus Schokolade, sondern aus Edelmetall. Bei Lindt & Sprüngli schien man in diesem Jahr der Auffassung zu sein, das Osterfest eigne sich hervorragend, um aus süßer Tradition ein Luxusgut zu machen.
|
|
Man muss es dem Konzern fast lassen: Diese Preispolitik hatte etwas Konsequentes. Wenn schon Goldfolie, dann bitte auch Goldpreis. Nur leider wollten viele Kundinnen und Kunden bei diesem Spiel nicht mitmachen. Sie ließen den Hasen einfach stehen. Im Regal. Zwischen all den anderen Ostergrüßen.
|
|
Nun also die Kehrtwende. Lindt kündigt Preissenkungen an. Plötzlich geht es doch günstiger. Welch Wunder. Man könnte fast meinen, die Kundschaft habe dem Unternehmen eine Lektion in Marktwirtschaft erteilt – mit dem wirkungsvollsten Mittel überhaupt: dem Nichtkauf.
|
|
Besonders unerquicklich an der Sache ist, dass andere Hersteller gezeigt haben, dass es auch anders geht. Bahlsen etwa reichte gesunkene Kakaopreise an die Verbraucher weiter. Das wirkte in dieser Gemengelage beinahe revolutionär – oder, wie man heute vielleicht sagen muss: anständig.
|
|
Bleibt die Hoffnung, dass Lindt aus dem Debakel etwas mitnimmt. Nicht jede Preisgrenze muss ausgereizt werden, nur weil man es kann. Denn auch in der Süßwarenbranche gilt: Preisgestaltung ist nicht nur Kalkulation. Sie ist bisweilen auch eine Frage des Charakters.
|
Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen Beate Bias
|